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Texte gegen die Angst

Texte gegen die Angst
Texte gegen die Angst
© pixabay

APRIL

© Pixabay

Fremdwörter

harren
ausharren
beharren

längst Fremdwörter
wer gebraucht sie noch?

stattdessen:
handeln
zupacken
beweglich sein

Gott lehre uns beides:
harren und handeln
ausharren und zupacken
beharren und beweglich sein

„Die des Herrn harren,
bekommen neue Kraft;
wie Adlern wachsen ihnen neue Flügel.
Sie laufen und werden nicht müde,
sie gehen und werden nicht matt.“

(Jesaja 40, 31)

 

Ludwig Reichert

Was wir nicht sehen
das Virus
Was wir nicht sehen
Not und Gewalt
hinter verschlossenen Türen
Was wir nicht sehen
Die Angst
hinter der Atemmaske
Was wir  nicht sehen
den Ausgang
(aus) der Krise

Was wir sehen
Den Mann am Kreuz
Was wir sehen
Das offene Grab

Was wir glauben…

 

 

Astrid Alt

© Pixabay

Gewöhnung   

Die Corona-Ausnahme
Dauert an
Man gewöhnt sich dran:
Distanz-Normalitäten

Wenn nur die Sehnsucht
Nach Begegnung
Nicht wäre ….

 

 

Michael Cleven

 

© Pixabay

Ostergedanken
Meditation zum Osterevangelium
(Johannes 20, 1-18)

Wie es sich entwickelt
mit Corona
nach Corona?
Ostern jedenfalls entwickelt sich.
Fesseln werden freigelegt,
Leinenbinden zum Abfallprodukt.
Eine Frau macht den Anfang:
„Sie bückte sich vornüber in die Gruft“.
Maria stellt sich dem, was ist.
Sie läuft nicht davon,
wie eben noch die beiden Männer
Petrus und Johannes.
Das Dunkle aushalten,
die Ohnmacht ertragen
und dann:
Gottes Handeln vertrauen,
damit sich neues entwickeln kann.
Ganz ohne Leinenbinden
entfesselt
endlich frei
von Corona
nach Corona

 

Ludwig Reichert

© PETER WEIDEMANN - ERFURT

Karsamstag

der Tag
danach
der Tag

                                       dazwischen

Kann ich glauben,
worauf Jesus seine Freundinnen und Freunde
auf seinem Weg hinauf nach Jerusalem
immer wieder hingewiesen hat?

So wird es kommen:
Tod und Leben
Angst und Hoffnung
Trauer und Freude
Sie wollten oder konnten es
nicht hören
nicht glauben.

Karsamstag,
der Tag davor
In die Leere

                                     dazwischen

setze ich mein Vertrauen
auf den dritten Tag….

 

 

Astrid Alt

© Dnalor01, Wikimedia Commons, Lizenz CC-BY-SA 3.0. Aufgenommen in der Chorkapelle der Basilika Seckau (Martin Matousch, 1908)

Mein Gott, warum hast du mich verlassen?
Der Schrei Jesu am Kreuz.
DIE Karfreitagsfrage.
Verzweifelt, herzzerreißend, schmerzerfüllt.

Für Jesus ist Gott Vater immer sein Gegenüber:
ansprechbar, verlässlich, greifbar gegenwärtig.
Doch im Todesleiden am Kreuz
scheint sich Gott nicht blicken zu lassen.
Wer würde da nicht verzweifeln?!

Mein Gott, warum hast du uns verlassen?
Der Schrei vieler Seelen, leise laut.
Auch an den Kreuzen unserer Zeit
scheint sich Gott nicht blicken zu lassen.

Denn unser Blick geht wie Jesu Blick nach vorn,
aufs Leiden, auf den Tod.
Wir können nicht sehen, wie Gott hinter uns steht.
Und im Schmerz oft nicht spüren, dass er uns hält.
Kräftig, liebevoll, sicher, damit wir nicht fallen.

Gehalten in der Verzweiflung.
Gehalten, wenn uns das Herz zerreißt.
Gehalten im Schmerz.
Gehalten sogar im Tod.

Keine Antwort auf das Warum.
Aber ein Trost.
Auch am Kreuz.

 

Sabine Menge

© Pfarrbriefservice.de Martha GahbauerSONY DSC

Wandlung

Jesus wird Brot
Gebrochen, ausgeteilt, gegessen
In Gemeinschaft
„und das ist heute!“

Heute?
Ist Nähe lebensgefährlich
Essen
möglichst alleine!

Wandlung
Denn Nähe geht auch anders:
„Pass gut auf dich auf!“
„Was kann ich dir mitbringen?“
„Danke“
Ein neues Bewusstsein
Füreinander

Erst recht bei denjenigen
Und für sie
Die jetzt im Dienst sind
Sich in Dienst nehmen lassen
Bis an den Rand ihrer Möglichkeiten
Und darüber hinaus.

Gründonnerstag heute:
Hingabe
Ganz einfach
„Weil es sein muss“
Und doch
kaum zu
glauben

 

Michael Cleven

© Pixabay

Lehn dich an!
 

Eine schmerzhafte Zeit.
Es gibt ein Morgen.

Lehn dich an, wenn du schwach bist.
Ich bin dein Freund.
Ich helf dir, deine Last zu tragen.

Schluck deinen falschen Stolz herunter
und sag einfach, was du brauchst.

Lehn dich an!

 

 

nach dem Songtext von Bill Withers

© Pixabay

„Bleib gesund“

ist zum gruß geworden
am ende des telefonats
am ende der mail
bleib gesund
rufen wir uns über die
ordnungsgemäßen 1,5 m zu

hab mut
möchte ich hinzufügen
hab mut, die möglichkeiten
die es immer noch gibt.
in den blick zu nehmen, 

hab mut
deinem eigenen inneren reichtum
zu trauen

hab mut
du kannst dich durch
die angst
hindurchglauben

„…habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht!
Dann stieg er zu ihnen ins Boot und der Wind legte sich.“ Mk 6,50 u.51

 

Astrid Alt

© Pixabay

Meditation zum Lesungstext am Palmsonntag

Philipperbrief, zweites Kapitel

 

Es gibt so viel Gutes zu berichten.
Menschen machen sich gegenseitig Mut,
sie trösten einander,
zeigen Herzlichkeit und Mitgefühl.
Grund, sich zu freuen und dankbar zu sein.
Und deswegen:
Bleibt miteinander verbunden,
haltet fest zusammen.
Denkt nicht nur an euch selbst.
Verzichtet auf leeres Geschwätz.
Bleibt bodenständig,
sorgt für euch wie für die anderen.
Und handelt so wie Jesus.
Er war Gott gleich,
aber er klammerte sich nicht daran, wie Gott zu sein.
Er wurde Mensch,
in jeder Hinsicht Mensch.

 

Ludwig Reichert

© Pixabay

Sorgt euch nicht!
Meditation zu Matthäus 6,25-34

Sorgt euch nicht!
Das sagt sich so leicht in dieser Zeit. 
Viele schütteln den Kopf über diese naiv anmutende Botschaft der Christen. 

Sorgt euch nicht? 
Während tausende krank sind, manche mit dem Tode ringen?
Doch, Sorgen ist dran!
Großherziges Fürsorgen, Umsorgen, Versorgen. 

Ängstlich-verbissenes Sorgen? Hilft nicht. 
In diesem Sinne: 
sorgt euch nicht, habt keine Angst, fürchtet euch nicht!
Gott weiß, was ihr braucht für heute und für morgen. 

Habt nicht heute schon Angst vor morgen. 
Der morgige Tag bringt seine eigenen Aufgaben mit sich. 
Heute tut das, was euch heute möglich ist. 
Das ist mehr als genug. 
Legt den Rest voll Vertrauen in Gottes Hände.
Er sorgt für Spatzen, Lilien, Gras und Weite. 
Wieviel mehr für seine geliebten Menschen.

Sorgt euch also nicht um morgen; 
denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen.
 

© Pixabay

„Alles gut!“
war an allen Ecken zu hören
 
Schon aufgefallen?
Man hört´s nicht mehr
So oft
Ist im Hals stecken geblieben
Oder hinter der Maske

 

 

Michael Cleven

© Pixabay

Gerade wurden alle Ostergottesdienste abgesagt.

Manche werden sagen
Na und – es gibt Schlimmeres!

Mich trifft es ins Mark
Ostern
Das neue Leben
Ohne gemeinsame Feier …

Bin gespannt,
wie sich der Glaube an das Leben
trotzdem
Bahn bricht

 

Michael Cleven

© Pixabay

Dein Kleid ist Licht
sagen sie.
Dann lass mich
einen Zipfel nur
davon
erhaschen.
Ein Schimmer
reichte schon,
damit das Dunkel
ein Ende nähme.

 

Barbara Schmidt

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Brachzeit
Je länger „es“ dauert,
umso mehr spüre ich,
was alles brach liegt.
Nicht nur die Kultur
Nicht nur der Sport…
Es liegen die Äcker brach,
die ich sonst bearbeiten würde
müsste, möchte…  
Beziehungen, die die Pflege von
Angesicht zu Angesicht bräuchten,
Konflikte, die ich helfend begleiten
müsste und könnte,
meine Hilfe, die ganz konkret vor Ort
dran wäre

GOTT, es ist schwer auszuhalten
Was mutest du mir zu -
all diese Äcker, die mir eigentlich
anvertraut sind,
brach liegen zu lassen?

Zurückgeworfen allein auf die
Kraft meines Betens
bitte ich dich:
Tu DU die Arbeit auf meinem Acker,
da, wo ich es zur Zeit nicht kann.

 

Astrid Alt

MÄRZ

© Pixabay

Geduld

Als Gott die Zeit gemacht hat,
hat er genug davon gemacht -
sagt ein Sprichwort.
Na ja - sage ich
und füge hinzu:
Als Gott die Zeit gemacht hat,
hat er zu viel davon gemacht.
Mir ist es jetzt manchmal
zu viel mit der Zeit.
Die Tage sind lang
und auch die Nächte;
Zeitlupe bin ich nicht gewöhnt.
Und dann las ich in der Bibel:
Geduld zu haben ist besser,
als ein Held zu sein.
Da dachte ich:
die wahren Helden sind die Geduldigen,
und versuche es mal
mit ein wenig mehr Geduld

 

Ludwig Reichert

© Pixabay

Wichtig Information zu einer geplanten Veranstaltung:
„Neues gestalten“ – entfällt

In diesem Fall wohl eine alternativlose Entscheidung
Aber
Täglich erlebe ich auch das Gegenteil
Soviel kreative Energie
So viele Ideen zum Helfen
So viel Nähe auf Distanz
So viel Solidarität
So viel gemeinsames Ringen in politischer Verschiedenheit
So viel…..
GOTT, dein Heiliger Geist weht auch jetzt,
gerade jetzt
er treibt Menschen an, Neues zu gestalten
er öffnet den menschlichen Geist,
damit er neu denkt
er weitet die Herzen, damit sie sich einander zuwenden
er lässt die Fantasie blühen,
ob dessen was möglich wäre – möglich ist.
HEILIGER GEIST,
bleibe bei uns
mach weiter, damit wir auch die jenseits
unserer Grenzen und Einflussbereiche
nicht vergessen,
tun, was möglich ist und da
wo etwas unmöglich scheint
es dir anvertrauen – und:

NEUES GESTALTEN FINDET STATT

 

Astrid Alt

© Pixabay

Meditation zum Evangelium am 5. Fastensonntag: Johannes 11,1-45

 

Der geliebte Bruder, Lazarus, ist tot.
Bitterlich weinen Maria und Martha.
Und mit ihnen viele andere.
Auch Jesus.
Klage schallt ihm entgegen.
„Wärst du hier gewesen, wäre der Bruder nicht gestorben!“
Trauer und Tränen erschüttern Jesus zutiefst.
Er liebt diese Menschen.
Er liebt Lazarus.
So öffnet er das Grab.
„Wenn ihr glaubt, werdet ihr die Herrlichkeit Gottes sehen!“
Er dankt Gott.
Ruft laut hinein „Komm heraus, geliebter Lazarus!“
Da kommt er.
Lebend, befreit von den Binden des Todes.
„Ich bin die Auferstehung und das Leben.
Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt,
und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben.
Glaubst du das?“

Die Herrlichkeit Gottes.
Unter den Menschen.
Im Leiden.
Im Tod.
Glaubst du das?

Die Herrlichkeit Gottes.
Aufgebaut auf Liebe.
Tiefstem Mitgefühl.
Mitleiden.
Glaubst du das?

Die Herrlichkeit Gottes.
Lebendig im Danken.
Im Zuhören.
Herausrufen.
Glaubst du das?

Die Herrlichkeit Gottes.
Spürbar in Zuwendung.
In Zuspruch.
Trost.
Glaubst du das?

Die Herrlichkeit Gottes.
Ahnung vom Himmelreich.
Auf Erden.
Durch dich.
Glaubst du das?

 

Sabine Menge

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Statistisch

Sechzig pro Cent
Oder vielleicht siebzig
Sollen sich anstecken
Möglichst nicht so schnell
Sagen sie

Die Seuche ist
Noch nicht
Auf dem Höhepunkt
Das Schlimmste kommt noch
Sagen sie

Warum
Ausgerechnet
Ich

Warum
Ausgerechnet
Ich
Nicht

 

Michael Cleven

© Pixabay

Herr, in dieser Krise ist das Ende noch nicht absehbar
Und alle leiden an der Unsicherheit, wie es gut weitergehen kann.

Aber wir haben auch unsere guten Erfahrungen,
wie wir von Anderen getragen und gehalten werden
und selbst tragen.
Wie das große Interesse zu spüren ist,
ob das Nötige da ist
und wie Hilfe möglich ist.

Herr, lass uns unsere Stärken und unsere Verbundenheit spüren,
sei du in unserer Mitte
sei du der Anker,
der uns hält, wenn die Wellen hoch schlagen.

 

Michael Cleven

© Pixabay

ich werd‘  Dir meine Sorgen nicht verschweigen
auch wenn es heißt, dass Du sie lange kennst.
Den Schmerz, den ich grad fühle, will ich zeigen,
Dir Vater, der Du mich Dein Kind ja nennst.
Ich spuck es aus und spüre schon, wie gut’s tut,
dass Du mir zuhörst, bis ich leergeklagt
und wieder Platz wird dann für diese Art Mut,
die trotzig ist und neu die Hoffnung wagt.
Du bist mein Fels, mein feste Burg, die Zuflucht,
mein Gott, dem ich nun wieder singen kann.
Du selbst schenkst mir erneut das Pflänzchen Sehnsucht,
den Glauben, der mir sagt: Komm, pack es an!
Ich bin ja bei Dir, bin ja da. Vertraue!
Du überspringst die Mauern, glaube mir.
Das hoffe ich, wenn ich nun auf Dich baue:
Du gehst den schweren Weg mit uns, mit mir.
Und dafür, guter Gott, danke ich Dir.

 

Barbara Schmidt

© Pixabay

Endlich Zeit,
den Keller aufzuräumen,
die Küche, den Schreibtisch.
Es ist ja sonst nichts los
da draußen.
Je mehr ich räume, Staub entferne,
abhefte, sortiere,
umso voller, chaotischer wird es
da drinnen
all die unerledigten Geschäfte,
das Zerknüllte,
das unter der Teppich gekehrte…

„Gott, du hast mich erforscht und kennst mich,
ob ich sitze oder stehe, du kennst es…
Von hinten und von vorn hast du mich umschlossen,
hast deine Hand auf mich gelegt.“  Psalm 139

 

Astrid Alt

© Pixabay

Von Gott beschützt
ruhend in seinem Schatten

versteckte Gefahren
tödliche Krankheit
außen vor

wütende Seuche
finstere Pest
keine Chance

darauf will ich vertrauen

…denn er schickt seine Engel für dich aus,
um dich zu behüten, wo immer du gehst.
Sie werden dich auf Händen tragen,
damit dein Fuß an keinen Stein stößt…

 

Ludwig Reichert

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Nach Psalm 25

Zu dir, Herr, geht mein Blick;
Dir vertraue ich, denn du bist da.

Wenn Ängste mein Herz einpressen,
führe du mich heraus,
 
Wenn meine Füße wie in einem Netz festhängen,
befreie mich.

Zeige mir deine Wege, Herr,
denn du bist der Gott meines Heils.

Lass du dich finden,
in den Tagen der Not,
in den Nächten voll kreisender Gedanken.

Komm herein und öffne mich.

 

Michael Cleven

 

© Pixabay

Auf meinen lieben Gott
trau ich in Angst und Not;
der kann mich allzeit retten
aus Trübsal, Angst und Nöten,
mein Unglück kann er wenden,
steht all´s in seinen Händen.

 

aus: Evangelisches Gesangbuch Nr. 345

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Die Angst fühlen
Die Angst zulassen
Die Angst benennen
Die Angst durchleben
Die Angst loslassen
Die Angst überwinden

            Und täglich neu

                    Die Angst fühlen
                    Die Angst zulassen
                    Die Angst benennen
                    Die Angst durchleben
                    Die Angst loslassen
                    Die Angst überwinden

 

Ludwig Reichert

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Stille

Ich verstumme nicht – keiner kann mir verbieten zu reden.
Mir fehlen nicht die Worte.
Auch weiß ich eine Menge, was ich dir noch sagen möchte.
Doch heute entscheide ich mich zu schweigen.
Ich will stille sein.
Hören.
Auf dich, Mensch.
Ich weiß, dass dich meine Stille verunsichert
und dass du manchmal richtig Angst hast vor deiner eigenen,
davor, dein tiefstes Sehnen zu hören.
Doch ich will schweigen,
denn ich will mein tiefstes Sehnen vernehmen:
das bist DU.
Vielleicht wirst du meine Stille zunächst überhören.
Das macht mir nichts, ich habe Zeit.
Doch bald wirst du aufmerksam,
du wirst dich wundern, wirst suchen und fragen.
Dann komm herein,
in meine Stille.
Hier ist dein Platz bei mir.
Lass uns gemeinsam hinhören
auf dein tiefstes Sehnen
und auf meines.
Und zusammen finden,
wonach uns beide so sehr verlangt:
Frieden.

Dein Gott.

 

Sabine Menge

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Leerstellen

Plötzlich bleiben Plätze leer.
Bei der Arbeit der Schreibtisch von Tina.
Mein Platz im Café an der Ecke.
Omas Platz beim Sonntagsessen.

Leere Plätze.
Freie Plätze.

Ich stelle mir vor, dass du auf diesen freien Plätzen Platz nimmst.
Wie du da bei uns sitzt:
leise mir gegenüber am Schreibtisch, während ich über den Zahlen grüble,
lauschend neben Frau P. im Café, die sich immer über Zuhörer freut,
lachend bei uns am Sonntagstisch, wenn Max wieder seine Scherze macht.

Du nimmst Platz, wo gerade frei ist.
Oder wo ich für Dich Platz lasse.
Jetzt verstehe ich dein
„Ich bin bei euch alle Tage“.
Immer, heißt das, und überall.
Mit dir bleiben die leeren Plätze keine Leerstellen.
Sondern werden Freiräume.
Für dich.

Weißt du, wenn ich mir das vorstelle, so ist es,
als ob mit dir zusammen auch alle anderen wieder da sind:
Tina und Frau P. und Oma.
Und du mittendrin bei uns.

Schön, dass du da bist!

 

Sabine Menge

© pixabay

Alles anders

So kenne ich das Leben nicht.
Die Stimmung unter den Menschen ist anders.
Innere Ungewissheit – äußerlich alles ruhiger als sonst.
Ich weiß nicht, was ich davon halten soll.

Inselchen der Normalität bleiben.
Die Sonne lässt mich blinzeln.
Ich lebe.
Sorge und schenke.
Und hoffe.

So kenne ich das Leben nicht.
Aber du kennst es.
Ich flüchte mich zu dir.
Im Schatten deiner Flügel finde ich Zuflucht,
bis das Unheil vorüber ist.

 

Psalm 57

© pixabay

Ich rufe in die Nacht hinein

Von bösen Nachrichten überflutet
    Und von Schreckensbildern überschwemmt
Die Kehle zugeschnürt
    Und das Herz beengt
Voll Angst vor dem, was kommt
    Und ohne zu wissen, was ich tun kann
    Rufe ich in die Nacht hinein

Lass unserer Welt genesen
    In Liebe und Gerechtigkeit
Befrei mich zu einem gelösten
    Und frohen Leben
Zeig mir, was ich tun soll
    Und erfüll mich mit Mut und Kraft
Lass die Nacht vorübergehen
    Und den Tag aufstrahlen, der kein Ende nimmt.
Ich rufe in die Nacht hinein

Lass unserer Welt genesen

 

Anton Rotzetter

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